Eine Nacht in Mosebolle

mosebolleEs gibt immer wieder mal Nachrichten im Leben, die lassen mir einfach das Herz höher schlagen. Heute kam so  eine Nachricht:  natürlich – der treue Blog-Leser kann es sich vielleicht schon denken – aus Mosebolle! Der Erfolg der Laienspielschar mit ihrem Theaterstück ‚Am heißen Draht von Mosebolle‘  ist nun auch bis dort oben hin vorgedrungen. Die ‚echten‘ Moseboller Einwohner hatten deshalb schon  einen gemeinsamen Ausflug ins ferne Serkenrode zwecks Theaterbesuch ins Auge gefasst. Doch leider hieß es: „Es ist alles restlos ausverkauft!“ Aber so schnell gibt man in Mosebolle nicht auf. Also habe ich heute eine Einladung bekommen. Nun – das Dorf Mosebolle ist sehr winzig und  ‚Platz ist bekanntlich in der kleinsten Hütte‘. Wo andere Orte eine Dorfgemeinschaftshalle benötigen, so wurde mir gesagt, würde hier ein Wohnzimmer für alle wohl ausreichen. Also gibt es im März eine urige Wohnzimmerlesung in Mosebolle. Ist das nicht wunderbar gemütlich? Damit der Abend aber auch danach noch ausreichend fröhlich auf Sauerländer Art gestaltet werden kann, darf ich mit meinem Mann sogar in der Ferienwohnung in Mosebolle übernachten! Herrlich! Leute, was freu‘ ich mich darauf!!!

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Vorhang auf in Serkenrode!

Das war gestern in Serkenrode wirklich ein unvergesslicher Abend ! Die schnuckelige, kleine Schützenhalle war bis auf den letzten Platz besetzt und bereits am Eingang erzählten mir die Mitglieder des Ensembles stolz, dass auch die weiteren Aufführungen in den nächsten zwei Wochen restlos ausverkauft seien.  Um Punkt 20.00 Uhr hob sich der Vorhang für die Aufführung  meiner Komödie ‚Am heißen Draht von Mosebolle‘, erstmals in Deutschland von der Laienspielschar Serkenrode aufgeführt. Das, was dem Publikum dann in den kommenden zwei Stunden geboten wurde, war wirklich Spitzenklasse. Die Geschichte wurde vom Ensemble perfekt an die örtlichen Besonderheiten von Serkenrode angeglichen, es wurden entsprechende Zwischengags eingebaut und die individuellen Talente der Schauspieler geschickt genutzt. Wegen ‚Männerüberschuss im Ensemble‘ (Originalton Vicky) wurde aus der vorwitzigen ‚Christel‘ kurzerhand ein herrlich schräger ‚Rolf-Günther‘. ‚Heinrich‘ legte nicht nur mit seinem Gehstock wahrhaft artistische Einlagen an den Tag und seine ‚Lolla‘ hatte das perfekte Timing, wenn es darum ging, dem stotternden Heinrich durch gezielte Schläge mit der Handtasche sprachlich auf die Sprünge zu helfen. ‚Luise‘ und ‚Elfriede‘ erschienen mir, als sei meine Geschichte wirklich lebendig geworden und die Beiden erwiesen sich als ausgesprochen trinkfest, denn zwei der drei Flaschen Likör waren tatsächlich ‚echt‘. Die arme ‚Carola Hippenstiel‘ sah Dank einer talentierten Maskenbildnerin so schön verheult aus, dass ihr jeder aus dem Publikum bestimmt auch gerne ein Taschentuch gereicht hätte. Ob sich die Ärmste wohl doch noch von dem Potenzbolzen ‚Eddi‘ hat trösten lassen? Dazu  noch die Stimmen bei den Telefongesprächen aus dem Off: Mit Technik und perfektem Timing hat garantiert jeder im Zuschauerraum an die eingeklemmte Lauthörtaste im alten Ackerschnacker geglaubt. Im Text eingebaut fanden sich noch Schulten Bernd mit den Neuigkeiten von der Käsetheke, ‚das Telefonbuch von (Schnalz) Weuspert‘ und ein gewisser Doktor Oege wieder. Für Nicht-Serkenroder wurde die Erklärung direkt beim Abschlusstrunk an der Theke, bzw. als freundlichen Hinweis nachträglich via Mail von Friedhelm geliefert: Bernd Schulte betreibt den örtlichen Lebensmittelladen und Dr. Oege heißt eigentlich Herr Droege.  Ihm wurde aber als Spitzname fix ein Doktortitel in seinen Namen eingesetzt – typisch Sauerland! Der zappelige Heinz-Egon konnte dem Zuschauer mit all seinen Wehwehchen schon fast Leid tun – umso schöner, als er zum Schluss als Traum(ehe)mann mit seiner Elfriede wie Roberto Blanco singend von der Bühne zog. „Ein bisschen Spaß muss sein!“ Ja, das hatten sicher alle, die sich gestern Abend in Serkenrode in der kleinen Halle zusammen gefunden haben. Und wir hatten alle nicht nur ‚ein bisschen Spaß‘, sondern eine Mordsgaudi!

 

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