Der Feldpostbrief

‚Neues aus Mosebolle‘ zu schreiben fiel für mich ausgerechnet in die Zeit, als unser ältester Sohn als Zeitsoldat zum Einsatz nach Afghanistan berufen wurde. Ich war mir sicher, dass ich nach seinem Abflug nach Masar-I-Sharif keine Zeile mehr zu Papier bringen würde. Normalerweise schreibe ich am liebsten Dinge, über die man herzhaft lachen kann, aber nun machte sich Angst und tiefe Sorge in mir breit. Doch unser Sohn hatte den ersten Akt noch daheim in die Finger bekommen und ich musste ihm fest versprechen, das Stück unbedingt zu Enout0288de zu schreiben. Er erwartete das vollständige Manuskript in seinem Lager in Afghanistan. Der längste Feldpostbrief ging ein paar Wochen später auf die Reise. Er und seine Kumpels waren die Ersten, die es in die Hände bekamen. Mitten in der staubigen Wüste blühte Mosebolle auf und für ein paar Stunden waren Krieg und Terror in den Hintergrund gestellt.

 

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