Tschüss, woll?!

Heute  hatte ich eine nette Begegnung im Geschäft. Eine Dame hatte am vergangenen Freitag das Buch vom Ackerschnacker aus Mosebolle gekauft.  Sie wunderte sich beim Lesen darüber, dass ich das Wörtchen ‚woll?!‘ so häufig an die wörtliche Rede angehängt hatte und fragte mich heute Mittag: „Sagen wir Sauerländer das denn wirklich so oft?“ Nun ja, dem Sauerländer selbst fällt das vielleicht gar nicht so auf, aber man hört es schon sehr häufig. Ein kleines Wort ohne konkrete Bedeutung, aber für den Sauerländer verbirgt es die Botschaft: “ Ich bin von hier wech!“ Das ist auch der Grund, warum ich es nicht benutze, denn ich bin ein ‚Buiterling‘, also nicht von hier. Allerdings mag ich die Sauerländer und ihre manchmal etwas knubbelig wirkende Alltagssprache und deshalb bin ich einer der wenigen, der das ‚woll‘ zwar nicht spricht aber schreibt. Und geschrieben macht sich das kleine Wort eben viel breiter als wenn man es flüchtig hinten an den Satz anhängt, woll?! Das sah die Dame dann auch ein. Nur das ‚woll?!‘ in Verbindung mit der dem Abschiedsgruß ‚tschüss‘ sei ihr allerdings vorher sehr fremd gewesen. Bis sie mit einer Bekannten in der Eisdiele saß, direkt an der Tür. Ein Gast verabschiedete sich freundlich mit den Worten: „Tschüss, woll?!“ Ob der italienische Besitzer der Eisdiele ganz im Sinne der Mafioletti-Brüder mit „Schusswoll!“ antwortete, ist jedoch leider nicht überliefert.

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